Der Ostendplatz um die 50er Jahre

Der Ostendplatz im Stuttgarter Stadtbezirk Ost

Der Ostendplatz

Der Ostendplatz befindet sich im schönen Osten Stuttgarts und verbindet die Straßen Haußmannstraße, Landhausstraße und Ostendstraße miteinander. Als Kreisverkehr gestaltet, bildet der Ostendplatz einen Verkehrsknotenpunkt im Stuttgarter Stadtteil Ost. Direkt am Ostendplatz befindet sich die gleichnamige Haltestelle der Stadtbahnlinie U4, aber auch Bushaltestellen mit den Liniennummern 42, 45 und 56.
Der Ostendplatz ist umgeben von historischen Bauten ab Ende des 19. Jahrhunderts und wartet an manchen Ecken mit unglaublich schönen Gebäuden auf. Besonders die vielen Klinkerhäuschen in sehr gut erhaltenem Zustand bilden dabei ein Highlight. Ihren Ursprung haben diese in der sogenannten Kolonie Ostheim, eine ursprünglich 1891 errichtete Arbeitersiedlung.

Die Geschichte des Stadtteil Ostheim

Ostheim ist ein Stadtteil im Stuttgarter Stadtbezirk Ost. Seinen Ursprung hat Ostheim in einer Arbeitersiedlung namens „Kolonie Ostheim“, die 1891 zwischen den wesentlich älteren Stadtteilen Berg, Gablenberg und Gaisburg erichtet wurde. Die Kolonie Ostheim war zu Anfang als geschlossene Siedlung konzipiert. Ziel war es, besonders für die einfachen Arbeiter und Handwerker in einer aufstrebenden Stadt, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
Ein visionärer Blick auf die Planung von Ostheim.

Ein visionärer Blick auf die ursprüngliche Planung von Ostheim.

Federführend bei Planung und Umsetzung war der „Verein für das Wohl der arbeitenden Klassen“ (heute Bau- und Wohnungsverein), gegründet und geleitet vom Stuttgarter Bankier und Sozialreformer Eduard Gotthilf (von) Pfeiffer (1835–1921). Für dieses erste große Wohnbauprojekt wurde zwischen den bereits seit dem 12. und 13. Jahrhundert bestehenden Stadtteilen Berg, Gablenberg und Gaisburg ein rund zwölf Hektar großes, unbebautes Gelände aufgekauft. Der erste Spatenstich erfolgte am 6. Oktober 1891.1) Die Architekten Friedrich Gebhardt, Karl Heim und Karl Hengerer entwarfen die Bebauungspläne und schufen bis 1903 insgesamt 383 Häuser mit 1267 Wohnungen.Weitgehend unversehrt blieb die Kolonie Ostheim auch im Zweiten Weltkrieg, sodass sie uns einen recht unverfälschten und ursprünglichen Einblick in die Architektur des 20. Jahrhunderts gewährt. Heute steht die gesamte Anlage unter Denkmalschutz.

Der Ostendplatz in der jüngeren Vergangenheit

Bereits 1895 begannen am angrenzenden Ostendplatz private Investoren ebenfalls mit dem Bau von Mietshäusern, so dass der neue Stadtteil rasch wuchs. Weitere zahlreiche Siedlungen wurden von privaten Investoren vorangetrieben, bspw. die Siedlung Rotenbergstraße in den 10er und 20er Jahren des 20. Jahrhunderts, die Straßenbahnersiedlung, Raitelsbergsiedlung u.v.m.
Nach und Nach wuchsen so verschiedene Siedlungen zum heute bekannten Stadtteil Ostheim, im Stuttgarter Stadtbezirk Ost zusammen. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg gab es vor allem in den 1950er Jahren größere Bauvorhaben, um Kriegsschäden zu beseitigen und noch bestehende Baulücken zu schließen.
Der Ostendplatz in den 50er Jahren.

Der Ostendplatz in Stuttgart um die 50er Jahre.

Der Ostendplatz etablierte sich schließlich zum recht zentralen Knotenpunkt im Stadtbezirk Ostheim. Bis heute sind neben den verkehrsgünstigen Anbindungen und wundervoll-spannenden Architektur auch zentrale Geschäfte und Läden wie bspw. der REWE, verschiedene Apotheken, oder Stadtbekannte Bäckereien erhalten. Der Ostendplatz hat neben der interessanten Geschichte also einiges zu bieten. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall.